Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Donnerstag, 31. Juli 2014

Zum Fest des großen Äthiopienapostels Justinus de Jacobis

der hl. Justinus de Jacobis, Apost. Vikar von Abessinien

Da dieser große Afrikamissionar und Apostel Äthiopiens viel zu wenig bekannt ist, hier nochmal ein Verweis auf die dreiteilige Serie über sein Leben und Wirken (hier, hier und hier)

Das Banner zur Seligsprechung unter Pius XII. Links unten ist ein äthiopischer Priester in weiß mit Palmzweig dargestellt, es handelt sich um den seligen Abba Ghebremichael, den der hl. Justin zum katholischen Glauben bekehrte und der später unter schrecklichen Qualen das Martyrium erlitt.

heiliger Justinus, bitte für uns!


Mittwoch, 30. Juli 2014

Wie man in Brasilien mit protestantischen Predigern fertig wird


Mit Eifer arbeiten die nordamerikanischen Sekten im lateinischen Amerika, meistens im Dienst des nordamerikanischen Imperialismus. Abgestandene (d. h. wohl abgefallene) und unwissende Katholiken fallen ihnen zur Beute, im Übrigen werden sie vom brasilianischen Volk schroff abgefertigt.

Als vor einigen Jahren die Pfarrei Palmeira (groß wie ein bayerischer Regierungsbezirk) eine Zeitlang ohne Pfarrer stand, erschienen auch gleich Sabbatisten und verlangten von dem alten Neger Francisco, einem ehemaligen Sklaven, die Kirchenschlüssel, die er in Verwahrung hatte. Er erklärte ihnen, nur einem vom Bischof gesandten Priester werde er den Schlüssel abgeben; wenn sie „predigen, singen und aufklären“ wollten, so könnten sie in den „Club“ gehen, die katholische Kirche sei nur für den wahren Gottesdienst. Dank dieser Festigkeit mussten sich die Herren beschämt zurückziehen.

Mitte 1921 wagten die Methodisten von Urugayana aus einen Vorstoß nach Itaquy am Uruguayfluss. In der zweiten Volksversammlung, die sie hielten, fragte ein Herr den Prediger, welche von den Hunderten biblischer Sekten denn die richtige sei, wie denn aus einer Bibel so viele sich widersprechende Sekten entstanden seien. Der Prediger blieb die Antwort schuldig und verschwand mitsamt seinen Begleitern. (…)


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Weiteres zum Thema siehe hier

Dienstag, 29. Juli 2014

Die merkwürdige Bekehrung eines gebildeten indonesischen Moslems


Ich hatte, so schreibt P. Groenewegen S.J. aus Muntilan (Java), einen Missionsausflug nach dem fünf Stunden entfernten Ralibawang gemacht, wo 200 Katholiken in einigen armen Bergdörfchen wohnen, dort die Kranken besucht, einige Kinder getauft, einige neue Häuschen eingesegnet und einen Bauplatz für eine Kapellenschule ausgesucht.
Müde von der Klettertour in der tropischen Hitze, war ich gegen Abend nach Hause zurückgekehrt und wollte mich ein wenig ausruhen, als man mir einen Javaner anmeldete, der sein Söhnchen zu unserer Schule bringen wollte.

Es war ein netter Mann, Beamter an der (staatlichen) Opiumregie in Djatinom. Sein äußerst gebildetes Benehmen fiel mir sofort auf. Er hatte ein Anliegen, das ihm noch mehr am Herzen lag als die Schulfrage.
„Ich bin auch Katholik“, begann er plötzlich, mit einer Überzeugung, die mich überraschte. „Ich bin zwar noch nicht getauft, aber ich glaube. Ich glaube alles wie die Katholiken, und ich möchte gerne die heilige Taufe empfangen.“

„Ja, wie seid Ihr denn zu diesem Glauben gekommen?“ frug ich ihn verwundert. „Es ist das Werk des Geistes Gottes.“ „Kennt Ihr die Gebete?“ „Ja, alle.“ „Betet einmal das Vaterunser.“ Wirklich, er wusste alles. Und doch war er noch nie in einer katholischen Kirche gewesen und kaum je mit einem Katholiken zusammengetroffen.
Vor etwa einem Jahr hatte er, von Gottes Gnade angetrieben, hierher geschrieben und um einen Katechismus und ein Gebetbuch gebeten. Das hatte er dann studiert. Er wohnte viel zu weit weg, um hierher zur Kirche kommen zu können. Als Beamter hatte der Mann nur zwei Tage Urlaub; bis zu seiner Wohnung war’s fast eine Tagereise; am nächsten Morgen um 8 Uhr wollte er den Rückweg antreten. Das Taufexamen musste also sofort beginnen. Es war zum Verwundern, wie genau der Katechumene auf alles zu antworten wusste, über Schöpfung, Erbsünde, Erlösung usw.
Auf meine Frage, wer ihm das alles so gut erklärt habe, hatte er nur die alte Antwort: „Es ist das Werk des Geistes Gottes.“

Als er mir darauf sagte, er habe auch die Heilige Schrift gelesen, dachte ich, vielleicht hätten Protestanten ihn unterrichtet. Darum begann ich ihn über die Mutter Gottes zu fragen, über Papst und Altarssakrament.

Aber er wusste genau, dass Maria frei von der Erbsünde und unsere mächtigste Fürsprecherin im Himmel sei. „Und wer ist das Haupt der Kirche?“ „Früher die Apostel, jetzt der Papst.“ (es war natürlich immer schon der Papst) „Wer war das Haupt der Apostel?“ Er zögerte mit der Antwort. Der fremde Name schien ihm schwer zu behalten. Aber wie ich Petrus nannte, fügte er sofort bei: „O ja, der zuletzt Simon hieß.“ Dann kam das heilige Altarssakrament.

Es war ergreifend, diesen Mohammedaner, der noch nie das Glück gehabt hatte, am Fuß eines Altars zu knien, sorgfältig erklären zu hören, dass man in der heiligen Kommunion unter den Gestalten von Brot den wirklichen Leib Christi empfange und unter den Gestalten des Weines sein heiliges Blut.

Als ich auf die Beichte kam, schien es mir zuerst, als glaube er, man müsse seine Sünden nur Gott bekennen, und als wolle er von einem Bekenntnis vor dem Imam (Priester) nichts wissen. Sobald ich aber den Ausdruck „Pastor“ gebrauchte, war er sofort wieder im rechten Gleis. Beim Wort Imam (das man im Malaiischen auch für den Missionär gebraucht) schien er zu viel an einen mohammedanischen Geistlichen gedacht zu haben.

Da ich bei dem Mann so viel Wissen und ein solches Verlangen nach dem Christentum sah, glaubte ich mit dem hl. Petrus sagen zu müssen: „Was kann uns noch abhalten, ihn zu taufen?“ Sofort wurde alles bereitgemacht. Noch eine kurze Vorbereitung, dann beteten wir zusammen, und am selben Abend taufte ich ihn zu seiner übergroßen Freude auf den Namen Emanuel. 

Dann führte ich den Neugetauften durch die Kirche, erklärte ihm Altar, Kommunionbank, Beichtstuhl, dann auch den Kreuzweg usw.
Wie freute er sich darauf, am nächsten Morgen zu ersten Mal in seinem Leben der heiligen Messe beiwohnen zu dürfen! Und erst die heilige Kommunion! Wie andächtig lauschte er jedem Wort! Und dann ging sein Blick immer wieder unwillkürlich nach dem Tabernakel und seine Augen glänzten vor Verlangen. 
Noch nie sah ich Gottes Gnade so offensichtlich wirken wie in diesem Mann.

Am folgenden Morgen empfing Emanuel voller Ehrfurcht die erste heilige Kommunion. Um 5 Uhr schon war er zugegen bei der heiligen Messe, folgte ihr voll Andacht und blieb danach sitzen, um auch der Sechsuhr-Messe beiwohnen zu können.

Überglücklich kehrte er dann nach Hause zurück, fest entschlossen, seine Angehörigen womöglich desselben Glückes teilhaftig zu machen.


(Aus: die katholischen Missionen, 1918)

Montag, 28. Juli 2014

Der Eifer des heiligen Vinzenz von Paul für die Missionen

Der hl. Vinzenz von Paul segnet Missionare

Am Fest vom heiligen Vinzenz von Paul (Post zum Fest siehe hier) habe ich gemerkt, wie wenig die missionarische Seite dieses Heiligen selbst unter Priestern bekannt ist. Denn die Lazaristen, die er gegründet hat, haben sich nicht so sehr als reine Kranken- und Armenpfleger ausgezeichnet, sondern waren vor allem seeleneifrige Missionare, die schon zu Lebzeiten ihres Gründers in die Heidenwelt zogen. Hier einige Aussagen vom hl. Vinzenz selbst zum Thema „Heidenmission“:

 „In der Tat, wer sein Leben aufs Spiel setzt, wer die Meere durchfährt, allein aus Liebe zu Gott, nur um das Heil des Nächsten zu wirken, der ist ein Blutzeuge, wenn nicht der Tat, so doch dem Willen nach.“

Dem Oberen des Hauses der Lazaristen in Marseille, der dem hl. Vinzenz mitteilte, die Mission in Tunis ließe sich wegen der Geldforderungen der Türken schwer halten, entgegnete er, dass er sie nicht aufgeben wolle

„denn wenn das Heil einer einzigen Seele von solchem Wert ist, dass man seinetwegen das zeitliche Leben aufs Spiel setzen muss, wie könnten wir eine solche Zahl von Menschen aus Furcht vor den Kosten aufgeben? Brächten diese Missionen euch keine andere Frucht, als dass sie diesem rohen und verworfenen Land die Schönheit unseres Glaubens zeigen, dass die Bewohner sehen, wie wir das Meer durchsegeln, die Heimat und alle ihre Bequemlichkeit mit Freuden zurücklassen, uns tausend Gefahren aussetzen, um die gedrückten Brüder zu trösten und zu stützen, dann wären, denke ich, Leute und Geld gut angewandt.“

An einer anderen Stelle:

„Geben wir uns Gott hin, um seine Botschaft in die ganze Welt zu tragen. Wohin er uns führen will, da wollen wir auf unserem Posten ausharren und unsere guten Übungen beibehalten, bis es ihm beliebt, uns zurückzurufen. 
Lassen wir uns nicht durch Schwierigkeiten wankend machen. Es handelt sich um die Ehre des ewigen Vaters, um die Frucht der Lehre und des Leidens seines Sohnes. Das Heil der Völker und unser eigenes ist ein so großes Gut, dass es jeden Preis verdient. Es tut nichts, wenn wir früher sterben, sterben wir nur mit den Waffen in der Hand (bildlich gesprochen). Wir werden um so glücklicher sein, und die Gesellschaft (d. h. wohl die Lazaristen) wird nicht ärmer, denn ‚das Blut der Märtyrer ist der Samen der Christen.‘ Für einen Glaubensboten, der sein Leben aus Liebe lässt, wird Gottes Güte viel neue erwecken, die das Gute, das er nicht mehr wirken konnte, vollbringen.“


(aus: die katholischen Missionen, 1919)

Sonntag, 27. Juli 2014

Ein eifriger und weiser alter Herr


Aus dem Apostolischen Vikariat Ost-Kapland (Südafrika):

(...)Bei den diesjährigen Erstkommunikanten war auch der schneeweiße Xaver dabei. Wir hatten uns beinahe nicht getraut, ihn zuzulassen, da wir fürchteten, mit seinem 90-jährigen Gedächtnis und seiner langsamen Fassungskraft möchte er den großen Akt nicht genug verstehen; allein als es zum Examen ging, wusste er überraschend viel, und sein Verlangen war sehr groß. 

Seither klettert zwei bis drei Mal im Monat den steilen Berg herab, auf dem er wohnt, und ist einer der ersten in der Frühe beim Beichten. Vor drei Wochen saß er draußen auf dem Boden neben der Kirche, und als ihn die einheimische Schwester fragte, ob es nicht Zeit sei, hineinzugehen zur Vorbereitung, der Priester werde bald kommen, sagte er ganz freudig: „Heute kann ich einmal nicht beichten gehen, ich habe mich so zusammengenommen, dass ich den lieben Gott gar nicht beleidigt habe seit meiner letzten Beichte.“  Als ich dies hörte, dachte ich mir, wenn ich nur auch so sagen könnte! Als ich ihn ein anderes Mal fragte, warum er denn gar so eifrig sei in Kirchenbesuch und Sakramentsempfang, sagte er: „Ja, weißt du, ich bin jetzt so alt, erst so kurz getauft und weiß nicht, welchen Tag ich sterbe, so will ich mir nur meinen Jesus geneigt machen, dass er mir einen Platz gibt dort oben bei ihm“.

Was für eine Lehre für manchen im Christentum Geborenen und Erzogenen!


(Aus: Annalen der Verbreitung des Glaubens, 1906)

Samstag, 26. Juli 2014

Aktuell: Priesterberufung aus Hong Kong durch Schriften über die alten Chinamissionäre




Am 31. Mai wurde Fr. Paul Leung FSSP aus Hong Kong zum Priester geweiht. Er gab an, dass die Lektüre der alten Chinamissionäre ihn bei Exerzitien zum Thema Berufung sehr gefesselt hat. Nach einigen Enttäuschungen bezüglich seiner Berufung (viele religiöse Gemeinschaften betonen den sozialen Aspekt zu stark) und einiger Zeit als Student und im Berufsleben lernte er einen alten italienischen Missionar kennen, der ihn durch seine würdige Feier der Messe und durch seine Anregung wieder dazu brachte, seine Berufung zum Priestertum zu erwägen. Schließlich lernte er einen Priester der Priesterbruderschaft St. Petrus kennen, der zu Besuch in Hong Kong war. Der Rest ist Geschichte. Father Leung trat ins Seminar ein und wurde nun nach sieben Jahren der erste Priester der Gemeinschaft aus Hong Kong.
So sieht man, wie auch heute noch das Werk der alten Missionare wirken kann!


Hier der ausführlichere Originaltext auf Englisch mit vielen schönen Fotos von der Primizmesse.

Freitag, 25. Juli 2014

Anweisungen von Papst Pius XI. zur Feier des Propagandajubiläums


Zum Propagandajubiläum (dem 300-jährigen Bestehen der Kongregation Propaganda Fide) hat Kardinalpräfekt van Rossum ein Rundschreiben folgenden Inhalts an alle Diözesanbischöfe gerichtet:
Zur Feier des Gedenktages verordnet der Papst, dass in der Ewigen Stadt an den drei Tagen vor Pfingsten öffentliche Andachten für die Verbreitung des Glaubens mit Missionspredigten abgehalten werden. Am Pfingstfest wolle der Papst selbst im Petersdom feierlich pontifizieren und während des heiligen Opfers über die Verbreitung des Glaubens predigen (Predigt sehe hier). 

Der Heilige Vater bringt seinen Wunsch zum Ausdruck, dass in allen Kathedralen, Pfarrkirchen und größeren Gotteshäusern der ganzen Welt ähnliche Feiern stattfinden mögen. Für jeden der drei Tage verleiht er einen Ablass von 500 Tagen und für den Tag der Propagandagedächtnisfeier einen vollkommenen Ablass. 

Die Bischöfe werden ermächtigt, in diesen Kirchen den päpstlichen Segen zu erteilen oder einen Priester damit zu beauftragen. Es würde päpstlichen Wünschen durchaus entsprechen, wenn die Oberhirten die Gläubigen durch Hirtenbriefe auf die Nöten der Mission und ihre Missionspflicht aufmerksam machen würden.
Der Papst hat außerdem ein Missionsgebet verfasst und mit reichen Ablässen versehen (Act. Ap. Sed. 121, 561).


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)