Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Montag, 15. September 2014

Tod auf dem Feld der Ehre


Im Jahr 1912 ist der Nordteil des zur Präfektur Sambesi gehörenden Gebietes den Jesuiten der galizischen Provinz anvertraut worden. Nach P. Kraupas Tod im Dezember 1919 hat P. Czarlinski das Amt des Missionsobern angetreten. Einem alten und begüterten Geschlecht entstammen, im Rufe eines vorzüglichen Sprachenkenners stehen, hat P. Czarlinksi seit etwa acht Jahren die ungesunde Luft seines Arbeitsfelds geatmet. 1914 eröffnete er den Posten von Chingombe; dieser ist 2 1/2 Tagereisen vom nächsten Kaufladen entfernt. Vom Ertrag des fruchtbaren Bodens kann man mithin nichts absetzen, dafür sind alle Geräte, Stoffe und was man sonst notwendig braucht, äußerst teuer. Auf dem rauen, hügeligen Boden muss jeder Weg zu Fuß zurückgelegt werden. Eine weitere Schwierigkeit bildet der Reichtum an Mundarten bei den Einheimischen.

Von diesem opfer- und erfolgreichen Arbeitsfeld war P. Czarlinski durch die Ernennung zum Missionsobern abberufen. In diesem Amt erwarb er sich durch selbstlose Fürsorge die Liebe seiner kleinen, von übermenschlicher Arbeitslast gedrückten Schar. Doch nur zu bald, menschlich gesprochen, sollte sie an seinem Grabe trauern.
Am 6. August war P. Czarlinski in Begleitung eines Bruders mit dem Fahrrad von Katondue nach Kasisi aufgebrochen. Gleich am ersten Tag fühlte er sich erschöpft; am Vormittag des 8. verschlimmerte sich der Zustand unter heftigem Schweißerguss. Aber noch sechs Stunden musste er sich zum nächsten Kraal voranschleppen. Hier zeigten sich die Anzeichen des Schwarzwasserfiebers. 

Während der Nacht auf den 13. wachte Bruder Longa mit einem jungen Burschen aus Chingombe am Krankenlager. Im Fieber hörte man den Sterbenden polnisch, deutsch, französisch, englisch und Chyungwe reden. Beständig betend, hörte man ihn sagen: „Mein Gott, ich möchte sterben, wie, wo und wann du willst.“ Die letzten Worte waren: „Nun lasst uns nach Hause gehen.“ Ohne Todeskampf ist P. Czarlinski in der Frühe des 13. August verschieden, als ihn der Bruder einen Augenblick, um Wasser zu holen, verlassen hatte.
P. Spendel, der benachrichtigt, dem Sterbenden zu Hilfe geeilt war, kam zu spät. Gleich dem geringsten seiner geistlichen Kinder in eine Binsenmatte gehüllt, hat er ihn unter einer riesigen Tamarinde begraben.

Zwei Tage vor seinem Tod schrieb P. Cazarlinski an seinen Obern, den Apostol. Präfekten Parry:

„Ich sterbe an Schwarzwasserfieber auf meiner Reise nach Kasisi, drei Tage von Katondue und acht Tage von Kasisi. Kein Priester, keine Sakramente, aber ich habe wenigstens Bruder Longa bei mir. Gottes Wille geschehe. Es sollte mich wundern, wenn ich gesund würde. Ich empfehle meine Seele inständig Ihren Gebeten und Opfern, hochw. Herr, dazu den anderen Priestern und Brüdern ihres Arbeitsfelds.

Ihr letzter Diener in Christus

P. Czarlinski S.J.“


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Sonntag, 14. September 2014

Glaubenseifer eines Neuchristen in Swasiland


„Die hohe Achtung, die unsere schwarzen Krieger ihren weißen Führern entgegenbrachten, haben wir ihnen reichlich zurückgegeben.“ So hörte ich den Helden von Afrika, v. Lettow-Vorbeck, in seinem Bonner Vortrag vom 25. November 1921 sagen. Der Glaubensbote macht ähnliche Erfahrungen. Oft müssen wir weißen Christen uns vor den schwarzen Brüdern geradezu schämen. Ein Beispiel von vielen geht uns aus der Mission der Tiroler Serviten im südafrikanischen Swasiland zu.
Ein einfacher schwarzer Grubenarbeiter, Msimango mit Namen, ist hier der eigentliche Gründer eines hoffnungsvollen Missionspostens geworden. 

In die Goldgruben von Pigg’s Peak, fernab vom Bereich priesterlicher Sorge, hat ihn die Arbeit ums tägliche Brot geführt. Wird er nicht, wie wir es bei uns so oft erleben müssen, für den Glauben verloren sein? Wird er den Mut haben, den infolge ihrer Mittel meist so selbstbewussten Jüngern John Wesleys [Methodisten] gegenüber als Katholik aufzutreten? Mehr als das.

Mit solcher Wärme bekannte er seinen Glauben, mit solchem Eifer verteidigte er ihn durch den Hinweis auf die heilige Schrift, dass ihn die Bewohner zweier bisher wesleyanischer Krale um regelmäßige Unterweisung baten. Gerne nahm er die Mühe auf sich. Zugleich bat er P. Gratl brieflich um die Errichtung einer Station. Doch dieser, damals der einzige Priester der Mission, konnte nicht mehr tun, als die armen Leute vier- bis fünfmal im Jahr besuchen und sie mit den nötigen Büchern versehen. Erst nach dreijährigem Harren, als der dritte Priester im Land erschien, hatten sie die Freude, P. Gratl zu längerem Aufenthalt unter sich erscheinen und die Gründung des Postens in die Hand nehmen zu sehen.

Hätten wir unter uns viele katholische Arbeiter vom Geiste Msimangos, der ersehnte Tag, an dem durch die Rückkehr unserer unglücklichen getrennten Brüder die schwerste Wunde unseres geliebten Volkes sich schließen würde, wäre näher gerückt.

G. Lehmacher S.J.


(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Freitag, 12. September 2014

Eine etwas andere Lehrerkonferenz: Missionskurs für katholische Lehrer


In den zwei Wochen vom 12. bis 24. September veranstaltete der Ludwig-Missionsverein in wöchentlich drei Abendvorträgen einen Missionskursus für die katholischen Lehrer und Lehrerinnen Münchens. Um 7 Uhr abends wurde jeweils eine Andacht vor dem Allerheiligsten mit kurzer Schriftlesung und Gebet für die Verbreitung des Glaubens gehalten, um 7.30 Uhr begann sodann jeweils die eigentliche Versammlung, meist bis 9 Uhr dauernd. Die Teilnahme war vom Anfang bis zum Ende außerordentlich erfreulich: ca. 200 Lehrer und Lehrerinnen fanden sich allabendlich ein und lauschten mit gespanntestem Interesse den gerade ihrem Ideenkreis angepassten Ausführungen.

Referenten und Vorträge waren folgende: Erzabt Norbert Weber: Die Missionspflicht jedes Katholiken. Generalsekretär Johann Neuhäusler: Der Ernst unserer gegenwärtigen Missionslage. Fürst Alois zu Löwenstein: Heidenmission und Heimatsorgen. Fräulein Volksschullehrerin A. Rösch: Mittel und Wege der Missionspflege in und außerhalb der Schule. P. Rudolf Schütz S.J.: Wert der Missionspflege für Lehrperson und Schulkind. Schwester Ignatia Ebner: Ruhmesblätter aus der Geschichte der Frauenmission.

Am letzten Tag wurde vom Veranstalter eine 
Missionsbücherausstellung geboten, die nicht bloß mit lebhaftem Interesse besichtigt wurde, sondern auch zu ausgiebigem Bücherkauf führte. Eine große Anzahl von Teilnehmern zeigte auch den Willen zur dauernden verlässigen Orientierung über Missionsfragen durch Bestellung der „Katholischen Missionen“.

Ein Missionsfest, veranstaltet von den Herberggebern, den Armen Schulschwestern am Anger und ihren Schulkindern, gab dem Kurs einen schönen Abschluss. In einem Missionszirkel der Lehrer und Lehrerinnen mit monatlicher Zusammenkunft soll der Kurs sich fortsetzen und zu praktischer Auswertung kommen, vor allem durch Übernahme und Vorbereitung von Vorträgen in den vielen Standesvereinen. Der ganze Verlauf des Kursus berechtigt wirklich zu den schönsten Hoffnungen. (J. Neuhäusler)                                                                                                 

(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Donnerstag, 11. September 2014

Der Katechismus des hl. Robert Bellarmin: noch zu seinen Lebzeiten ins Ilocano übersetzt



P. Michael Hergesheimer S.V.D. schreibt uns aus Lagangilang, Abra (Philippinen): 

„Als Leser der geschätzten ‚Kath. Missionen‘ rechne ich es mir zur Ehre an, Ihnen das Folgende mitzuteilen. In Heft 12, 1920/21, las ich den Artikel: Der ehrw. Kardinal Bellarmin, ein edler Missionsfreund. Ich dachte, es werde sie wohl interessieren, von Kardinal Bellarmins Katechismus zu hören, der hier auf den Philippinen in die einheimischen Sprachen übersetzt worden ist. 

Vor mir liegt die Ausgabe in Ilocano, der Sprache im Nordwesten der großen Insel Luzon. Die Übersetzung hat der sprachkundige Augustiner Fray Francisco López hergestellt. Auf dem Umschlag liest man: Bellarmino, Doctrina cristiana. Auf dem ersten Titelblatt heißt es: Libro á naisuratan amin ti doctrina cristiana nga naisurat iti libro ti Cardenal Agnagan Belarmino, quet ináon ti Fr. Francisco López, Padre á San Agustin iti Sinasantoy. Tercera edición. Gedruckt in Malabón, 1895. Dann kommt Motu proprio unseres Heiligen Vaters Klemens VIII., gegeben zu Ferrara am 15. Juli 1598. Es folgt ein Dokument des D. Alonso Fajardo de Tenza, Gobernador de estas Islas. Diese Approbation der hohen weltlichen Regierung wurde gegeben in Manila am 26. September 1620. Die Licencia des Erzbischofs von Manila ward erteilt am 3. September desselben Jahres. Darauf folgt die Erlaubnis der Zensorenkommission, woran sich die Licencia del Prelado, des Augustiner-Provinzials, anschließt. Auf der folgenden Seite (XXIV) liest man: Epígramma, Rev. admodum Patris Garsiz Garzes é Societate Jesu Epigramma ad librum ejusque Autorem, enthaltend neun Distycha [sic].

Der Prólogo y Dedicatoria…des Herrn Übersetzers umfasst 5 1/2 Seiten. Zunächst folgen die Definiciones der vom Spanischen herübergenommenen Ausdrücke: Libro, Caridad, Virtudes usw., 12 Seiten umfassend. Ein schöner Kupferstich der allerseligsten Jungfrau leitet über zum Gebet an die Mutter Gottes: Carárag quen Santa Maria, 21 vierzeilige Strophen, wohl der allererste Versuch eines Europäers in der Dichtkunst dieser Sprache. Die Seiten LI bis LXIV bringen Advertencias über Orthographie und Schreibweise in der alten einheimischen Schrift. Diese selbst ist dann zu sehen in ihren wunderlichen Haken und Schleifen mit Punktuation über und unter den Lettern.

Auf 12 Seiten wird da ein Abdruck gebracht von dem alten Catecismo de Belarmino, in altilokanischen Schriftzeichen. Auf drei folgenden Seiten ist ein Druckfehlerverzeichnis. Ein schönes Bild des Gekreuzigten leitet dann den eigentlichen Katechismus ein. Er ist in der heute nur mehr gebrauchten spanischen Schrift gedruckt und enthält 342 Textseiten. Der Katechismus ist in Fragen und Antworten verfasst. Doch ist viel von der damaligen Sprache heute nicht mehr gebräuchlich oder manche Wörter haben anderen Sinn oder dieselben Stammwörter werden heute mit anderen Präfixen und Suffixen versehen. Aber im großen Ganzen wird ihn jeder Ilokaner, der lesen kann, leicht in der alten Fassung verstehen.

Dieser Katechismus war also hier auf den Philippinen schon übersetzt und gedruckt und mit allen möglichen Erlaubnissen versehen und verbreitet, als der ehrw. Kardinal Bellarmin noch lebte und seine Schreiben nach Indien gingen bezüglich der Angelegenheit des P. de Nobili. Wie rasch auch das Gute sich verbreitet! Der Katechismus und die hiesige Übersetzung wird eine leuchtende Perle bilden in der himmlischen Krone des ehrwürdigen Dieners Gottes.“

(Aus: die katholischen Missionen, 1922)

Mittwoch, 10. September 2014

Die auswärtigen Missionen jetzt auch auf Twitter

Ich habe mich schon länger mit dem Gedanken getragen, diesen Blog mit einem Twitter-Account zu verbinden, wer ihm folgen möchte, kann dies unter https://twitter.com/DieMissionen tun.

Die Tweets sind auch in dem Gadget unter den beliebtesten Posts zu sehen.

Montag, 8. September 2014

Der Eifer des koptisch-katholischen Klerus (Teil 2)

Patriarch Cyrillus II. Macaire
Fortsetzung von hier

Nicht unerwähnt lassen darf ich P. Guirgués, den würdigen Pfarrer von Maschul in der Gegend von Mallaui, der keinem schismatischen Kopten auf dem Land, alt oder jung, begegnet, ohne ihn anzuhalten, über die Religion auszufragen, ihm einige Unterweisungen zu geben und die Aufforderung, sich im wahren Glauben unterrichten zu lassen. Er steht an der Spitze einer Gemeinde voll Glauben und Frömmigkeit.

All diese genannten Priester und ihre würdigen Amtsbrüder wirken durch ihr abgetötetes Leben und ihren apostolischen Eifer zumal unter dem schlichten, einfachen Landvolk überaus segensreich. „Den Armen wird das Evangelium verkündet“, gilt auch hier. Sie folgen hierin ganz dem Beispiel des göttlichen Meisters. Opfer und Abtötung sind ihre steten Begleiter, und ihre Leben ist eine fast ununterbrochene Kette von Entbehrungen. Denn ihr ganzes Einkommen beschränkt sich auf die durch die Jesuitenmissionäre vermittelten Messstipendien, die zumeist nur 1 Franc (80 Pfg.) betragen. Mit diesem spärlichen Budget kann man begreiflicherweise nicht weit springen.

Diese Armut bildet für den apostolischen Eifer dieser Priester einen unliebsamen Hemmschuh. Denn die Ortschaften sind oft sehr weit voneinander entfernt. Um sich den Luxus eines kleinen Reiteselchens oder ein Billet dritter Klasse auf der Eisenbahn zu verschaffen, dafür reichen ihre Mittel nicht hin. Weitere Strecken unter der heißen Sonne Ägyptens regelmäßig zu Fuß zurückzulegen, hieße aber die ohnehin schwachen Kräfte vor der Zeit erschöpfen. Gewiss aber ist, dass wenn die Unionsbewegung unter den schismatischen Kopten so erfreulich in Fluss gekommen ist und sich so tröstlich entwickelt, dies zum großen Teil dem aufopfernden Eifer des einheimischen Klerus zu danken ist. Ihr musterhaftes uneigennütziges Leben und Wirken ist für die schlichten, einfachen Landleute, die dasselbe mit demjenigen ihrer schismatischen Gommos (Namen der jakobitischen Geistlichen) vergleichen, ein greifbarer Beweis der katholischen Wahrheit; denn nur die Wahrheit, das fühlen sie instinktiv heraus, ist im Stande, heroische Tugend zu erzeugen.

Die neuen koptischen Bischöfe (siehe Bild oben) geben ihrem Klerus aber auch ein herrliches Beispiel. Sie sind wirklich nach dem Ausdruck des Evangeliums auf den Leuchter gestellte Lichter, welche ihre wohltätigen Strahlen auf Hirten und Herde werfen. Sowohl Msgr. Ignatius, Bischof von Theben, mein [des Verfasssers P. Rolland S.J.] alter Begleiter auf den apostolischen Wanderfahrten, als Msgr. Maximos, Bischof von Hermopolis (residiert in Minieh), sind unter den augenblicklichen Verhältnissen ihrer jungen Kirche gezwungen, während ganzer Monate unter der armen Fellah-Bevölkerung zu leben und mit ihr die grobe Nahrung und unbequeme Wohnung zu teilen. Sie predigen und katechisieren wie gewöhnliche Priester, ziehen missionierend von Ort zu Ort und scheuen nicht die Opfer, welche dieses Leben unter einem Landvolk, ebenso arm an irdischen Gütern als reich an Gelehrigkeit und gutem Willen, mit sich bringt.

Se. Seligkeit endlich, Msgr. Macaire, unter dem Namen Cyrillus II. der erste Patriarch der wiedererstandenen koptisch-katholischen Hierarchie, ist durch seinen feurigen Eifer wie durch seine Talente und sein Wissen würdig, an der Spitze dieser apostolischen Bischöfe zu stehen. „Unser ehrwürdiger Bruder Cyrillus Macaire“, so sagte in der Konsistorial-Allokution vom 19. Juni 1899 Papst Leo XIII., „zeichnet sich aus durch Tugenden, die eines Bischofs würdig sind, durch Wissenschaft, Frömmigkeit, Klugheit und Gewandtheit in der Amtsführung, wie Wir es durch persönliche Erfahrung festgestellt. Deshalb haben wir ihn der Patriarchalwürde würdig befunden.“

All dies ist wohl im Stande, unseren apostolischen Eifer zu wecken. Wie vorauszusehen war, hat die religiöse Erweckung im Schoß der schismatischen Kirche, der laute Ruf ihrer einzig legitimen Oberen, die massenhafte Rückkehrbewegung zur alten Mutterkirche das Signal zu einer Erneuerung der alten Feindschaft gegen die katholische Kirche gegeben. (…)



(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Sonntag, 7. September 2014

Der Eifer des koptisch-katholischen Klerus (Teil 1)

Koptische Priester und Jesuitenmissionäre. In der Mitte Msgr. Maximos, koptisch-katholischer Bischof von Hermopolis.

(…) In dieser schwierigen Lage [des Priestermangels unter den koptischen Katholiken] zeigt sich der junge koptische Klerus seiner hohen Aufgabe ganz und gar würdig. Da ist z. B. Pater Marc, der Pfarrer von Mallaui, das 1 1/2 Stunden mit der Bahn südlich von Minieh entfernt liegt. Jeden Freitag macht er nüchtern den weiten Weg nach Baiadié, einem neuerdings bekehrten Distrikt, um dort die heilige Messe zu lesen, zu predigen, die heiligen Sakramente zu spenden und die Kranken zu besuchen: Die schismatischen Eltern sind in Bezug auf die Taufe ihrer Kinder sehr nachlässig. 

Wir gehen also in den Hütten der armen Fellahs umher, um solche armen verlassenen Kleinen aufzusuchen. An einem Freitag taufte P. Marc noch seiner heiligen Messe 9 solcher Kinder, von denen einige 1, andere 2, 3 und selbst 7 und 9 Jahre alt waren. Ein junger Kopte von 17 Jahren erklärte, auch er sei noch nicht getauft, und bat dringend um diese Gnade. Schon das zeigt, wie sehr diese arme verlassene Herde guter Hirten bedarf.

P. Andreas Sabaa-el-Zail, Pfarrer von Galossana, nördlich von Minieh, ist nicht weniger eifrig. Bei Gelegenheit einer Mission in seiner Gemeinde durcheilte er als wahrer Apostel 12 umliegende Dörfer oder Weiler, fast stets zu Fuß, in brennender Sonnenglut, um die noch irrenden Schäflein zur Hürde des wahren Glaubens einzuladen. Die Frucht seines Eifers, seiner unermüdlichen Sanftmut und seiner Liebe gegen Armen und Kranke waren zahlreiche sehr tröstliche Bekehrungen.

Muster eines eifrigen Seelsorgers ist auch P. Hanna Cabes. Als ich im Dezember 1898 in einer kürzlich bekehrten Ortschaft am Fuß der arabischen Hügelkette eine Volksmission hielt, kam er herüber, um nach meinem Weggang das Werk zu vollenden. Nüchtern war er mit dem Unterricht der Kinder, der Predigt, der Beantwortung zahlloser Fragen der Neubekehrten den ganzen Morgen beschäftigt; erst gegen 1 Uhr nachmittags nahm er ein mageres Mahl ein. Es war die Zeit der Adventsfasten und ohne von den Erleichterungen der Bischöfe in Bezug auf das Fasten Gebrauch zu machen, heilt er es in seiner ganzen Strenge, um den noch nicht unierten oder kürzlich zurückgekehrten Jakobiten (schismatischen Kopten), die in diesem Punkte so streng sind, kein Ärgernis zu geben.

(Aus: die katholischen Missionen, 1900)

Fortsetzung hier