Das wichtigste Gebet ist das Gebet um die Beharrlichkeit bis zum Ende. Siehe hier

Dienstag, 19. August 2014

Zum Fest: der letzte Wille des hl. Ezequiel Moreno Díaz




Es leben Jesus und Maria!
Im Namen der heiligen und unteilbaren Dreieinigkeit: Vater, Sohn und Heiliger Geist. Amen.

Ich, Frater Ezequiel Moreno Díaz, aus dem Orden der unbeschuhten Augustiner-Eremiten unseres heiligen Vaters St. Augustinus, Bischof (an diesem Datum) von Pasto, glaube und bekenne alles, was unsere heilige Mutter, die katholische Kirche, als von Gott geoffenbart vorstellt, sei es durch feierliche Verkündigung oder durch ihr allgemeines ordentliches Lehramt.
Ich glaube und bekenne alle apostolischen und kirchlichen Traditionen, die heilige Schrift in dem Sinne, wie sie die heilige katholische Kirche auslegt und jeden einzelnen Satz, der von den ökumenischen Konzilien, besonders vom Konzil von Trient und vom [ersten] Vatikanischen Konzil definiert und verkündet wurde, und insbesondere das oberste und unfehlbare Lehramt des Papstes, den ich als Statthalter Christi auf Erden und Hirt und Lehrer der gesamten katholischen Kirche anerkenne.

Ich verurteile alle Irrtümer, seien es die durch die ökumenischen Konzilien oder die durch die Päpste verurteilten Irrtümer, insbesondere jene Irrtümer, die unter dem Namen des Liberalismus zusammengefasst werden und alle, die im Syllabus aufgeführt sind.

Ich mache kein Testament, da ich Ordensmann bin und nichts besitze. Dennoch möchte ich einige Anweisungen geben, damit Klarheit für den besteht, der nach meinem Tod meine Angelegenheiten regeln muss. Diese Klarheit soll aus den folgenden zwei Prinzipien hervorgehen, die allgemein von allen Theologen und Kirchenrechtlern anerkannt werden:

1. Was ein Ordensmann erwirbt, gehört seinem Kloster oder seinem Orden.
2. Was er erwirbt, nachdem er zum Bischof präkonisiert wurde, gehört seinem Sprengel.
Alles, was ich bis zum Punkt elf angebe, wurde mir direkt vor meinem Amtsantritt gegeben und nur deswegen, weil ich dieses Amt antreten würde (es folgt eine Aufzählung der Dinge, die er hatte, bevor er nach Pasto kam).

(…) Ich habe zwei arme jüngere Schwestern. Ich habe sie während meiner Zeit als Bischof in Pasto nicht unterstützt, da ich nichts hatte, um sie zu unterstützen. Ich habe alles Geld den Armen vor Ort gegeben, außer das, was ich für das Essen benötigte sowie für ein wenig Kleidung, da ich bereits einige Kleidung aus Bogotá mitgebracht hatte.

In dem Dokument, das diesem beigefügt ist, habe ich einige Notizen gemacht, die meinem „Anweisungen“ beigefügt werden können, wie man sich gegenüber den Liberalen zu verhalten hat.
Ich bekenne erneut, dass der Liberalismus eine Sünde ist, ein schrecklicher Gegner der Kirche und des Königreichs Jesu Christi und der Ruin der Völker und Nationen. Da ich dies auch noch nach meinem Tod lehren möchte, wünsche ich, dass in dem Zimmer, wo meine Leiche aufgebahrt wird, und in der Kirche während der Exequien ein großes Schild aufgestellt wird, das jeder sehen kann und auf dem steht: „Der Liberalismus ist eine Sünde. Dies steht hier, um dem Wunsch des verstorbenen Bischofs nachzukommen.“

Ich wünsche und bitte, dass man mich in meinem heiligen Ordenskleid als Sohn unseres heiligen Vaters St. Augustinus in der Sakramentskapelle der Kathedrale bestattet. Alles Weitere soll gemäß dem, was die Kirche im Pontifikale für das Begräbnis eines Bischofs vorschreibt, durchgeführt werden. Ich habe nichts gegen diese Feierlichkeit einzuwenden, da sie von der Kirche so angeordnet wird.

Ich bitte um Verzeihung für meine Fehler bei der Ausübung meines Amtes, zunächst bei Gott, zweitens bei meinem geliebten Klerus und drittens bei allen Gläubigen der Diözese und bei allen, die ich in meinem Leben beleidigt habe oder den denen ich irgendwie geschadet habe, sei es durch Tat oder durch Unterlassung. Alle bitte ich darum, für meine arme Seele zu Gott zu flehen.

Ich schließe, indem ich sage, dass ich mit dem großen Schmerz ins Grab steige, zu sehen, dass man versucht, Pasto zu entkatholisieren. Ich habe vor diesem Übel gewarnt, auch wenn ich deswegen leiden musste. Wenn ich in diesem Punkt etwas zu bereuen habe, dann ist es nur, dass ich nicht mehr gewarnt habe. Der Glaube geht nach und nach verloren: Der Liberalismus hat das Unaussprechliche erreicht…

Ich unterzeichne alles Obenstehende in Pasto am 6. Oktober 1905.
                                                                                 
                                                                      † FRATER EZEQUIEL

                                                                         Bischof von Pasto.

Montag, 18. August 2014

Große Missionsbischöfe: Ein Missionspionier – der Diener Gottes Bischof Gerhard Heinrich Vieter S.A.C., Apostolischer Vikar von Kamerun



Ein Missionspionier (…) im wahrsten Sinne des Wortes war der deutsche Bischof Gerhard Heinrich Vieter, erster Apostolischer Vikar von Kamerun. Geboren zu Cappenberg am 13. Februar 1853, erlernte der Knabe das Schreinerhandwerk und gelangte erst in reiferen Jahren zu seinem Beruf in der Kongregation der Pallottiner. Nach ausgezeichneten Studien in Rom empfing er am 8. Mai 1887 die heilige Priesterweihe und schiffte sich zwei Jahre später nach Brasilien ein. Schon nach dreijähriger Tätigkeit in der Kolonistenmission rief ihn der Befehl der Obern nach Europa zurück, wo er die Ernennung zum Apostolischen Präfekten von Kamerun erhielt.

Am 1. Oktober 1890 trat er die erste Reise nach der deutschen Kolonie an, und nun folgte ein Leben der unermüdlichsten Tätigkeit und der schwersten Strapazen. Die Vorstöße ins Innere des Landes waren echte Eroberungszüge mit allen Mühsalen, die Urwald und Flüsse, mörderisches Klima und wilde Bewohner nur bieten können. 11 Patres, 22 Brüder und 8 Schwestern sah der seeleneifrige Mann im Tod niedersinken, und mehr als einmal stand er selbst am Rand des Grabes. Aber die heldenmütige Arbeit sah auch den herrlichsten Lohn. Durch die Ernennung des Präfekten zum Apostolischen Vikar am 22. Dezember 1904 erkannte Rom die errungenen Erfolge an; doch sein schönster Lohn war der reiche Gottessegen.

Bei seiner Ankunft hatte Bischof Vieter fünf Katholiken vorgefunden; bei seinem Tod zählte das Vikariat 28 469 Christen und 17 650 Katechumenen. In 204 Schulen wurden 19 576 Kinder unterrichtet, und von 15 Haupstationen aus arbeiteten 34 Patres, 36 Brüder und 29 Schwestern; 223 eingeborene Lehrer unterstützen das europäische Missionspersonal.

Unter Tränen und Schweiß hat Bischof Vieter die Kirche Kameruns begründet und befestigt; unter unsäglichem Weh musste er den Anfang einer schmählichen Verfolgung derselben Kirche durch die Briten sehen. „Es ist besser, wenn Gott mich zu sich ruft“, hatte der große Apostel gesagt, als ihm die Nachricht von der Zerstörung Dualas und der Verbannung der Missionäre (siehe hier) mitgeteilt wurde. Gott ersparte ihm den letzten Schmerz, die Zerstörung seines Lebenswerks mitansehen zu müssen. Er rief ihn am 7. November vom Schauplatz seiner Tätigkeit ab.


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Hier zwei Briefe von Bischof Vieter an die katholischen Missionen (Brief 1, Brief 2)

Sonntag, 17. August 2014

Große Missionsbischöfe: ehrw. Matthew Makil, syro-malabarischer Apostolischer Vikar von Kottayam



„Er arbeitete viel und mit großem Eifer.“ Dasselbe Wort kennzeichnete das Leben des Bischofs Matthew Makil, Apostolischer Vikar von Kottayam, des ersten eingeborenen Inders, der als syrischer Prälat der katholischen Kirche aus dem Leben schied. Bei der Errichtung der syrischen Vikariate in Travankor und Cochin im Jahr 1896 war Makil, der sich als Theologieprofessor und Generalvikar ausgezeichnet hatte, zum ersten Apostolischen Vikar von Changancherry und 1911 bei der Teilung des Vikariats zum Apostolischen Vikar von Kottayam ernannt worden. Er war nicht nur ein unermüdlicher Arbeiter, sondern auch ein geschickter Verwalter und ungemein gnädiger Vorgesetzter. Die Pocken rafften ihn am 26. Januar im 64. Lebensjahr dahin; sein Tod kam allzu frühzeitig für das neugebildete Apostolische Vikariat. „Was er in drei Jahren tun konnte, hat er getan“; das war das Urteil aller, die den Verstorbenen an der Arbeit zu sehen Gelegenheit hatten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Was zum Lachen: Schwarze Modenarren


Auch die Schwarzen Afrikas sind ein klein wenig eitel. Dann und wann kommt einer nach Europa und bringt eine wunderliche Mustersammlung europäischer Ideen und Kleidungsstücke mit nach Hause.
Erscheint da neulich in der Kirche von Kasongo (Ober-Kongo) ein Christ in vollem europäischen Staat mit Schuhen, Strümpfen, Strohhut usw. Aber offenbar hatte ihm diese Ausstattung noch nicht genügt, um all seine jüngst erstandenen Herrlichkeiten zur Schau zu tragen. Drum kam er noch mit einem Regenschirm über der Schulter hereinstolziert, von dem ein zweites Paar funkelnagelneuer Schuhe herabbaumelte. Und er erreichte auch seinen Zweck vollkommen. Alle seine Landsleute waren sprachlos ob der nie geschauten Herrlichkeit.
Ein anderer Schwarzer hatte sich einen feinen Damenrock verschafft. Mit Kennermiene befestigte er ihn sich unter der Achselhöhle und kam stolz zur Messe. 

Wieder ein anderer hatte glücklich ein Paar Strümpfe erstanden. Leider fehlten ihm die entsprechenden Schuhe. Doch was verschlägt’s? Vorläufig kommt er in Lendentuch und Strümpfen in die Kirche und träumt inzwischen von den zugehörigen Schuhen.
Ein armer Schlucker hatte weder Schuhe noch Strümpfe, aber ein Paar Strumpfbänder erwischt. So lief er denn seelenvergnügt in den Strumpfbändern einher.


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Samstag, 16. August 2014

So war der erste Weltkrieg in den Missionen: Auswirkungen auf das Pariser Missionsseminar


Das Pariser Missionsseminar, das in Vorderindien, Hinterindien, China, Japan und Korea zahlreiche Diözesen und Apostol. Vikariate verwaltete, zählte zu Beginn dieses Jahres über 200 Missionäre dieser Länder und 103 Aspiranten unter den Waffen. 9 Mitglieder sind bereits auf dem Schlachtfeld gefallen, 18 sind schwer verwundet und 8 befinden sich als Gefangene in Deutschland, darunter der hochw. Herr Guiraud, der Direktor des Seminars. 

Zu den heiligen Weihen, die am 19. Dezember 1914 in der Kirche St. Sulpice erteilt wurden, fanden sich nur 8 Aspiranten ein, darunter 5, die die heilige Priesterweihe empfingen; 3, die im Feld standen, hatten acht Tage Urlaub zur Vorbereitung und zum Empfang der Weihe erhalten.


(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Freitag, 15. August 2014

So war der erste Weltkrieg in den Missionen: deutsche Missionare zwangsweise in die französische Fremdenlegion gesteckt

Fremdenlegionär der Compagnies Sahariennes

Von der Elfenbeinküste geht uns eine empörende Meldung zu. Die Freimaurer haben unter Anwendung von Gewalt die deutschen Patres Riemann, Hartz und Schmitz nach Tunesien abführen lassen und hier als gemeine Soldaten der Fremdenlegion einverleibt. Über die weiteren Schicksale der Missionäre liegen keine Nachrichten vor.

(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Donnerstag, 14. August 2014

Großerzbischof Scheptyzkyj: Für die Sache der Union gern und freudig zum Martertod bereit


(…) Gleich die erste Tat der russischen Regierung nach der Einnahme Lembergs war ein Angriff auf die unierte Kirche, die Gefangennahme des ruthenischen Erzbischofs von Lemberg, Grafen von Scheptyzkyj. Unter dem nichtigen Vorwand, er habe die Orthodoxen verfolgt und den einen Teil der Russen Galiziens gegen den anderen aufgewiegelt, schleppten die Russen den allgemein verehrten Kirchenfürsten zunächst nach Kiew, dann nach Nischni-Nowgorod und endlich nach Kursk.

Wohl hatten die Vertreter der österreichischen Regierung und seine Freunde ihn vor der Aufgabe Lembergs durch die österreichischen Truppen wiederholt gebeten, er möge sein Leben nicht aufs Spiel setzen und Lemberg zugleich mit den Truppen verlassen. Doch auf alle Bitten hatte der Erzbischof nur die eine Antwort: „Wo die Herde, da muss auch ihr kirchliches Oberhaupt sein; was immer auch kommen mag, unter keinen Umständen werde ich meine Herde und mein Volk in dieser schweren Stunde verlassen und werde auf meinem Posten ausharren.“ Für die Sache der Union erklärte er sich gern und freudig zum Martertod bereit.
Lange Zeit drangen keine näheren Nachrichten über das Los des Erzbischofs durch, bis vor kurzem die Blätter meldeten, dass der Oberhirt durch Vermittlung des schwedischen Roten Kreuzes einen feierlichen Protest gegen die unmenschliche Behandlung durch die Russen erlassen und den Heiligen Vater um Hilfe angerufen habe. (…)

(Aus: die katholischen Missionen, 1915)

Nach seiner Rückkehr aus der Gefangenschaft im Jahr 1918 hatte der Großerzbischof schwere gesundheitliche Probleme, weshalb der tatkräftige Mann auch einen Koadjutor für seine Visitationsreisen benötigte.